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Die Sankt-Walburg-Kirche im Friedhof von Mitteleschenbach - 300 jähriges Kirchenweihejubiläumsfest am Sa., 18. Juni 2022


MITTELESCHENBACH - In der katholischen Pfarrgemeinde St. Nikolaus darf im Jahr 2022 ein denkwürdiges Fest gefeiert werden: Die Friedhofskirche St. Walburga feiert 300-jähriges Weihejubiläum. Das historische Gotteshaus trägt den Namen der Heiligen Walburga (710 bis 779 n. Chr.), blickt auf eine wohl über 1.000-jährige Geschichte zurück und ist das älteste Gebäude am Ort.

Prächtig und stolz thront das Gotteshaus auf einer Anhöhe im Dorf, und das wohl schon sehr, sehr lange. Tatsächlich ist die Mitteleschenbacher Sankt-Walburg-Kirche die erheblich ältere der beiden Kirchen und gilt überhaupt als das älteste Gebäude in Mitteleschenbach. Nach Erkenntnissen der jüngsten Vergangenheit dürfte sie auf das Jahr 1057 zurückgehen, also eine über tausendjährige Geschichte haben. Die heutige Kirche Sankt Walburga, datiert auf das Jahr 1400,  wurde von Conrad von Rechenberg und seiner Gattin Ottilie dort errichtet, wo es schon Vorbauten gegeben hatte. Diese beiden werden auch als Stifter der Pfarrei überliefert. Das Gotteshaus dürfte schon immer von einem Friedhof umgeben gewesen sein. 1722 wurde sie nach den Plänen des berühmten Baumeisters Gabriel de Gabrieli vergrößert und erhielt ihr heutiges Aussehen. 

Besonders erfreulich ist, dass die Kirche, trotz ihres hohen Alters, in voller Pracht und neuem Glanz über Mitteleschenbach strahlt. Sie wurde in den letzten Jahren aufwändig saniert und renoviert; das Sanierungsprojekt begann 2016 mit der Turmrenovierung. Es folgten die Dachsanierung und Außensanierung des Langhauses 2017. Im Innern fanden damals archäologische Untersuchungen und Ausgrabungen statt, die nun Klarheit in die Mitteleschenbacher Ortsgeschichte brachten. Bei der St. Walburga Kirche handelt es sich um eine der Urkirchen in unserer Umgebung. Fundamente der Vorbauten und Funde bezeugen, dass es sich hier um die 1057 urkundlich erwähnte Kirche handeln muss, die in einem „Eskelebach“ geweiht worden ist.

Mit einer Wandtemperierung, Regenwasserleitungen, weiteren Ausgrabungen und dem Neuaufbau des Bodens ging es 2018 weiter. 2019 wurde innen getüncht und viele Inventargegenstände wurden restauriert. 2020 schließlich erfolgte die Restaurierung der Altäre. Die Sanierung sollte insbesondere auch das Feuchtigkeitsproblem lösen oder zumindest erheblich mildern, das im Innern des jahrhundertealten Kirchenraums vorhanden war. Die Luftfeuchtigkeit lag immer wieder bei über 90 Prozent; unter anderem eine eingebrachte Schotterschicht unter den Bodenfliesen soll jetzt für ein spürbar besseres Raumklima sorgen.  Auch ein rollstuhlgerechter Eingang entstand.

Voll Dankbarkeit erwähnt Pfarrer Michael Harrer im Zusammenhang damit auch, dass etwa 1.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden über die Jahre von Gemeindemitgliedern in dieses Projekt mit eingebracht worden seien. Eigentlich sollte die Sanierung der Friedhofskirche Sankt Walburga bis zum Sommer 2018 vollständig abgeschlossen sein und dann gefeiert werden. Doch es dauerte ein wenig länger und dann kam Corona.

Das Gesamtkostenvolumen der Baumaßnahme wurde auf nahezu eine Million Euro geschätzt und ergab am Ende eine tatsächliche Bausumme von 977.190 Euro. Die Baulast lag beim Freistaat Bayern, sodass von staatlicher Seite 447.015 Euro übernommen wurden. Die übrigen 530.000 Euro trugen nach Worten von Gemeindepfarrer Michael Harrer die Diözese mit einem Zuschuss in Höhe von 343.512 Euro und die Pfarrei mit knapp 187.000 Euro. Ein Antrag an die politische Gemeinde ist kürzlich vom Ratsgremium mit einem höchst erfreulichen Zuschuss in Höhe von 94.000 Euro beschieden worden. Dafür, aber auch für die vielen Spenden über viele Jahre aus der Pfarrei, sind Ortspfarrer, Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, ja die ganze Pfarrgemeinde, sehr dankbar.

 

Der Bischof des Bistums Eichstätt, Gregor Maria Hanke, wurde nun aufgrund des Jubiläums in die Kirchengemeinde eingeladen. 

Bei Kaiserwetter durfte die Mitteleschenbacher den Oberhirten aus Eichstätt empfangen. Gemeinsam mit der Pfarrgemeinde feierte der Bischof das 300-jährige Weihejubiläum.

Um die Jubiläumsfeier vorzubereiten, hatten die Gemeindeglieder keine Mühen gescheut. Frauen aus dem Pfarrgemeinderat hatten mit großer begeisterung und Kreativität zwei wunderschöne Blumenteppiche gelegt, einen vor der Aussegnungshalle auf dem Friedhof, den anderen am Kriegerdenkmal neben dem Pfarrheim. Auf dem Kirchhof waren Sitzgarnituren und Sonnenschirme aufgestellt, sodass Besucher, die keinen Platz mehr in der Friedhofskirche fanden, dem Festgottesdienst mit Predigt des Bischofs auch im Freien folgen konnten. Der Pfarrhof und gegenüberliegende Parkplatz waren mit Sitzgarnituren für das spätere gemütliche Beisammensein vorbereitet und ein kleines Team sorgte schon weit vor der Ankunft der Festgemeinde dafür, dass bei Eintreffen des Zuges von Sankt Walburga herunter Erfrischung und Imbiss bereit sein würden. Nicht zuletzt stand die Freiwillige Feuerwehr Mitteleschenbach zur Straßensicherung bereit, damit der Festzug mit den Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und Verbände, den Ministranten und den Ehrengästen sicher und ungestört entlangziehen konnte.  

Den Festgottesdienst in St. Walburga eröffnete die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Kerstin Seitz-Knechtlein mit einführenden Worten. Die Weihe des Gotteshauses von 1722 ist im Chorraum vermerkt. "Mich erfüllt das mit großer Ehrfurcht, hier als Zeitzeugin heute mit dabei sein zu dürfen", sagte Seitz-Knechtlein.


Das historische Kirchengebäude solle aber nicht nur ein historischer Ort, eine Art Museum sein, sondern müsse vielmehr fortwährend mit Leben gefüllt werden, um eine lebendige Kirche zu sein, so Bischof Gregor Maria Hanke. Er dankte den Mitteleschenbachern besonders für ihr ehrenamtliches Engagement im Rahmen der Sanierung. "Dieses Gotteshaus ist nicht nur ein Zeugnis der Ortsgeschichte – vor allem ist es ein Zeugnis des vor Ort gelebten Glaubens." In diesem Sinn sei es "ein Wegweiser, nicht nur zurück in die Geschichte, sondern vor allem Wegweiser zukunftswärts in den Glauben", erklärte er.

Nach dem Festgottesdienst mit Eucharistiefeier zog die gesamte Festgemeinde von Sankt Walburga hinunter an der Nikolauskirche vorbei zum Pfarrheim, wo mit gemütlichem Beisammensein weitergefeiert wurde. Hier trug sich Bischof Gregor Maria Hanke ins Goldene Buch der politischen Gemeinde ein. Bürgermeister Stefan Bußinger bezeichnete die beiden Gotteshäuser St. Walburga und St. Nikolaus als "Schmuckstücke unserer Gemeinde".

Wer neugierig ist, aber einen weiten Weg hat oder wenig Zeit, der kann sich auf der Homepage der Pfarrei St. Nikolaus Mitteleschenbach auf einen virtuellen Rundgang durch St. Walburga begeben oder zahlreiche Bilder der Feierlichkeiten ansehen.

Margit Schachameyer und Kerstin Seitz-Knechtlein






Sankt-Walburga-Kirche

(Friedhofskirche)

Sie ist die Friedhofskirche erbaut von Konrad von Rechenberg und seiner Gattin Ottilie um 1400. Diese beiden werden auch als Stifter der Pfarrei überliefert. 1722 wurde das Schiff der Kirche nach den Plänen de Gabrielis für 625 fl. vergrößert und der Turm, der zwei Glocken hat, erhöht. Das innere ist einfach. Der Hochaltar ist ein viersäuliger Bau mit neuen Bildern. Erwähnenswert ist ein Kruzifix, das um 1460 gefertigt sein mag. 1882 unterzog man die Kirche einer Renovierung. Der zweigeschossige Turm hat eine gedrungene Gestalt und ist mit einem Mansardenhelm gekrönt.
Früher hatte jede Kirche ihren eigenen Friedhof. Seit 1836 wird der von St. Nikolaus nicht mehr benützt, während der von St. Walburgis 1906 erweitert wurde.
1982 musste sich die Kirche wieder einer Umfangreichen Renovierung in Höhe von 205.000,- DM unterziehen.
Im Jahre 1998 wurde ein alter Kreuzweg aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefunden, der im Jahr 2001 restauriert wurde.











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