Mönchswaldgemeinde Mitteleschenbach im fränkischen Seenland




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Aus der Geschichte Mitteleschenbachs

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Die ersten Siedlungsspuren unserer Heimat reichen bis in die mittlere Steinzeit, das Mesolithikum, zurück. Unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Christian Peschek wurden bei Grabungen am Schloßbuck Funde aus der Zeit der Bandkeramik (4.-3. Jdt. V. Chr.), aus der Urnenfelderzeit (1200-700 v.Chr.) und schließlich aus der Hallstattzeit (700-450 v. Chr.) geborgen.

Nach diesen vorgeschichtlichen Siedlungsfunden verlieren sich weitere Spuren. Erst in fränkischer Zeit dürfte das Dorf Mitteleschenbach gegründet worden sein. Als karolingische Urpfarrei war es einst wohl auch der kirchliche Mittelpunkt der Region. Der Pfarrsprengel erstreckte sich von Adelmannsdorf und Sallmannshof bis nach Obererlbach. Mittelpunkt der Pfarrei war wohl eine erhöht am Ortsrand liegende frühe Kirche, anstelle der heutigen Friedhofskirche St. Walburga.

 

 In den Jahren von 1057 bis 1075 hat Bischof Gundekar II. von Eichstätt 126 Kirchen geweiht, darunter die 24. in „Eschelebach“. Die Grundmauern der Friedhofskirche und die im Inneren bei Ausgrabungen gefundene Portalreste weisen eindeutig auf eine romanische Dorfkirche hin.

 

Hundert Jahre später, nämlich 1157 wird Mitteleschenbach erneut urkundlich erwähnt. Dem Pfarrer „Ezzo von Eskenbach“ standen demnach Zehnten aus den Flecken „Selinginstadt“ und „Flaskern“ sowie einem Gut in „Isiboldestorf“ zu.

 

An Pfingsten des Jahres 1400 wurde von Weihbischof Seyfried von Eichstätt der Altar der Friedhofskirche der Heiligen Walburga geweiht.

 

In der Zwischenzeit muß an Stelle der heutigen Pfarrkirche den Heiligen Nikolaus und Sola eine Kirche geweiht worden sein.

 

Im Markgräflerkrieg wurde Mitteleschenbach am 29.April 1450 von Nürnberger Truppen niedergebrannt.

 

Schon früh war Mitteleschenbach fürstbischöflich Eichstättisch. Eichstätt tritt nachweislich bereits 1297 als Grundherr in Mitteleschenbach auf. In einer Beschreibung von 1615 heißt es: Mitteleschenbach lieg in markgräflicher Fraisch; das Amt Spalt (Hochstift Eichstätt) ist Dorf- und Gemeindeherr und bestraft die Gassenfrevel; die Pfarrei gehört nach Eichstätt und ist mit einem katholischen Priester besetzt.

 

Mitteleschenbach war über Jahrhunderte immer wieder zwischen dem Hochstift Eichstätt und dem Markgrafentum Ansbach umstritten. Besonders zur Zeit der Reformation wiedersetzten sich die Mitteleschenbacher erbittert den Markgrafen von Ansbach und dem lutherischen Glauben.

 

Im Dreißigjährigen Krieg wird Mitteleschenbach 1633/34 vollständig zerstört. Es sollte Jahrzehnte dauern, bis Mitteleschenbach wieder aufgebaut wurde. Erst nach 22 Jahren wurde die Pfarrkirche wieder hergestellt und 50 Jahre nach der Zerstörung wurde der Pfarrhof wieder errichtet.

 

1701 bis 1703 wird die Pfarrkirche St. Nikolaus vergrößert. Im Jahr 1722 wurde die Friedhofskirche St. Walburga nach Plänen des Eichstätter Baumeisters Gabriel de Gabrieli im Barockstil wieder errichtet.

 

Die Dorfbevölkerung hatte vor allem unter der Jagdleidenschaft der Markgrafen zu leiden. Der nahe wildreiche Mönchswald war ein beliebtes Jagdrevier der Ansbacher Markgrafen. Schon Georg Friedrich der Jüngere errichtete 1695 im Georgenthal im Mönchswald ein „Lustschlößchen“. Der „wilde Markgraf“ Carl Wilhelm Friedrich (Markgraf von 1729 bis 1757) verbrachte dort später mit seiner „zur linken Hand“ angetrauten Ehefrau Elisabeth Wünsch viel Zeit. In seine Zeit fiel es auch, dass der legendäre Pfarrer von Theilenberg, Johannes Rummel, als Anführer der „Brüder von der Freikugel“, einer Wildererbande, auftrat. Im 20. Jhdt. diente die Geschichte als Grundlage für den Wildererroman „Das andere Gesicht“.

 

In einem Rezess vom 22./23. August 1736 wird bestätigt, dass außerhalb des Dorfetters das Oberamt Windsbach (Markgrafschaft Ansbach) und innerhalb das Pflegamt Wernfels (Hochstift Eichstätt) urteilte.

 

 

Am 16.Januar 1791 übergab der letzte Ansbacher Markgraf seine Fürstentümer an das Königreich Preußen. Carl August Freiherr von Hardenberg übernahm die Leitung der nun preußischen Gebiete. Im Sommer 1796 ließ er alle Fraischgrenzen zu Landesgrenzen erklären. Mitteleschenbach wurde unverhofft preußisch, Ortspfarrer Joseph Moro wiedersetzte sich und wurde 1797 mit Militärgewalt nach Windsbach gebracht, wo er den Eid auf den preußischen König leisten mußte.

 

 

Im Zuge der napoleonischen Wirren wurde Mitteleschenbach 1806 bayerisch. Am 01.Oktober 1808 wurde Mitteleschenbach dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet. Ab 01.01.1880 kam Mitteleschenbach zum Bezirksamt Gunzenhausen.

 

Am 10.Mai 1900 wurde die Pfarrkirche St. Nikolaus von Bischof Franz Leopold von Leonrod neu geweiht. Das Hauptschiff der Kirche wurde neu errichtet, während das frühere Gotteshaus als Querschiff erhalten blieb.

 

 

Im Zweiten Weltkrieg ließen 128 Mitteleschenbacher Soldaten ihr Leben. Der Ort selbst wurde am 22. April 1945 nach mehrtägigem Beschuß mit beträchtlicher Zerstörung, von den Amerikanern besetzt und von der Naziherrschaft befreit. Pfarrer Willibald Göttler riskierte sein Leben, als er am Kirchturm die „weiße Fahne“ hißte, während die Waffen-SS im nahen Mönchswald lag.

 

In jüngster Zeit erlebte das einstige Bauerndorf einen raschen Wandel. Die Nähe zum Ballungsraum Schwabach-Nürnberg ermöglichte einen rasanten Aufschwung. Mit viel Fleiß und Strebsamkeit erarbeitete man sich einen gewissen Wohlstand. Durch die Gebietsreform wurde Mitteleschenbach am 01.07.1972 dem Landkreis Ansbach zugeschlagen.

 

Heute ist Mitteleschenbach eine lebens- und liebenswerte Landgemeinde im Fränkischen Seenland.



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